Ohne Banken geht es nicht5 min read

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Der Blockchain-Markt hat sich vom anfänglichen Wilden Westen zu Zeiten des Kryptobooms verabschiedet und ist reifer geworden. Hiervon profitieren alle Marktteilnehmer. Insbesondere Banken und Finanzintermediären bieten sich vielversprechende Möglichkeiten.

Spricht man mit Blockchain-Jüngern der ersten Stunde, erkennt man einen Meinungsumschwung. So waren viele ursprünglich der Ansicht, die Blockchain-Technologie sollte ausschliesslich nach der reinen Lehre angewendet werden – als dezentrales System, welches auf eine zentrale Gegenpartei und regulierte Einheiten verzichtet. Es brauche somit keine Bank, keinen Finanzintermediär und keinen Regulator.

Umgekehrt hörte man bisweilen aus Kreisen der Finanzindustrie, dass Bitcoin, Ether und dergleichen überschätzt würden, noch unterentwickelt oder generell überflüssig seien. So hatten gemäss einer Umfrage des deutschen Handelsblatt aus dem Jahr 2018 gerade einmal 3% der Finanzinstitute begonnen, mit dieser neuen Technologie zu experimentieren oder sich vertieft damit zu befassen. Der Anwender – bisher treuer Kunde im Finanzverkehr – wurde somit weitgehend allein gelassen. Was aber, wenn dieser sich dabei unwohl fühlt?

Blockchain als Kompromiss

Wie oft im Leben ist ein Kompromiss der richtige Ansatz. Gerade, wenn über die Blockchain Werte übertragen bzw. abgebildet werden, ist der Wunsch nach Sicherheit und der Beteiligung bestimmter Akteure gegeben, welche haftbar gemacht werden können. Am 8. Mai 2019 wurde die bekannte Kryptobörse Binance Opfer eines Hacking-Diebstahls. Hier zeigte sich die Relevanz solch verlässlicher Akteure: Binance stellte sich sofort seiner Verantwortung und machte klar, dass keiner ihrer Kunden geschädigt bleiben wird, was von der Community und Fachpresse positiv aufgenommen wurde.

Banken als Teil des Blockchain-Ökosystems

Eben jene Markterschütterungen bzw. Skandale haben den Wunsch gestärkt, Banken und andere Finanzintermediäre stärker zu involvieren. Denn wenn es darum geht, digitale Währungen zu verwahren und zu transferieren, ist man im ureigenen Bereich der Banken und Finanzexperten angekommen. Deren Wissen und Erfahrung in den Wind zu schlagen, wäre grob fahrlässig.

Das zeigt ein Blick in die Geschichte der Finanztechnologie. So wollte sich anfangs kaum ein Banker auf das Internet einlassen. Als man aber feststellte, welche Dienstleistungen sich plötzlich boten – und wie schnell vor allem grosse Transaktionen abgewickelt werden konnten – war das Interesse der Finanzindustrie geweckt. Auch Behörden zeigten Interesse und so ist es kein Zufall, dass die Regulierung und Kontrolle von Geldströmen und der Übertragung von Vermögenwerten im Wesentlichen in dieser Phase verschärft bzw. eingeführt wurde. Erinnert sei hier an die Einführung der Insidernorm in Europa, die Einführung und Verschärfung der Geldwäschebestimmungen und Marktmissbrauchsbestimmungen. All dies führte für die Marktteilnehmer schlussendlich zu einem erheblichen Mehrwert, den das Internet bis heute darstellt. Auch im Umfeld von Blockchain und der Distributed-Ledger-Technologie wird es eine – hoffentlich überschaubare – Regulierung geben müssen.

Brückenschlag zwischen Krypto- und klassischer Finanzwelt

Zwar bestehen teils noch einige Herausforderungen, doch haben einige wenige Finanzinstitute bereits damit begonnen, die Lücke zwischen Krypto- und klassischer Finanzwelt zu schliessen. So auch Bank Frick – europäische Pionierin im Bereich des regulierten Blockchain-Bankings. Die Bank ermöglicht qualifizierten Anlegern nicht nur den Handel und die sichere Verwahrung von Kryptowährungen, sondern entwickelt auch Krypto-basierte Finanzinstrumente wie Zertifikate und Fondslösungen – ureigene Kompetenzen werden damit auf die neue Technologie angewendet und das Geschäftsmodell erweitert. Innovativ ist auch das mit Bitcoin Suisse entwickelte Zertifikat, welches für den Anleger klassisch als Wertpapier oder zukunftsgerichtet als Token zu beziehen ist.

Zukunftsgerichtetes Finanzökosystem

Dies sind Finanzinstrumente, die inhaltlich noch immer an Blockchain-Anwendungen der ersten Generation gekoppelt sind, nämlich die Kryptowährungen. Diese werden auch weiter ihre Bedeutung behalten, gerade im Bereich der Klein- und Mikrozahlungen gibt es dabei noch erhebliches Potential. So könnten mittels Kryptowährungen auf einfache Art und Weise Urheberrechts- und Lizenzzahlungen abgewickelt werden, für welche bis dato Kredit- oder die Debitkarten eingesetzt wurden. Auch die medial bereits vielfach erwähnten Stablecoins, welche den Schweizer Franken oder Euro abbilden, bieten reichlich Möglichkeiten, da diese den Fiat-Wechsel vereinfachen und somit die Brücke zwischen Krypto- und klassischer Finanzwelt weiter festigen würden. Hierbei stellt sich aktuell jedoch die Frage, wie ein Stablecoin ausgestaltet sein muss, um der Fiat-Anbindung und etwaigen Regulierungsanforderungen zu entsprechen.

Weiteres Potenzial liegt für Bank Frick vor allem in der Token-Ökonomie, in der jegliche Vermögenswerte auf der Blockchain abgebildet und als Token gehandelt werden.

Auch Bank Frick leistet ihren Beitrag zur Weiterentwicklung eines Blockchain-basierten Finanzökosystems. Ihre neu gegründete Tochtergesellschaft DLT Markets ermöglicht institutionellen Investoren mittels einer global positionierten Plattform den professionellen Zugang zum Multi-Exchange-Handel von Token – und verbindet damit die regulatorische Sicherheit des klassischen Wertpapiergeschäfts mit den Vorteilen der neuen Anlageklasse Digital Assets. Daneben werden Marktineffizienzen abgebaut und Finanzintermediäre, welche im Kundenauftrag oder selbstständig tätig sind, dabei unterstützt, an den jeweiligen Börsen den besten Preis zu erzielen.

Rückenwind durch Regulierung

Parallel zum eingangs erwähnten Meinungsumschwung ist es erfreulich, dass auch die jeweiligen Gesetzgeber vermehrt versuchen, auf die neuen technologischen Entwicklungen einzugehen. Nach Malta – und seiner Regelung hinsichtlich sogenannter Virtual Financial Assets – arbeiten Regierungen weltweit zunehmend an regulatorischen Rahmenbedingungen für Blockchain-nahe Finanzanwendungen.

Liechtenstein geht mit seinem Blockchain-Gesetz (Gesetz über Token und VT-Dienstleister, TVTG) dabei einen Schritt weiter und hat sich für einen grundsätzlicheren Weg entschieden. Statt eines konkreten Anwendungsfalls definiert der Regulator hier mögliche Funktionen bzw. Rollen, zum Beispiel den Token-Emittenten oder -Validator, und gibt vor, wie Token bewertet, abgesichert und eine vernünftige Aufsicht gewährleistet werden kann.

Das Gesetz ist damit äusserst zukunftsgerichtet, da es Rechtssicherheit für Anwendungsfälle bietet, die heute noch gar nicht vorstellbar sind. Als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums besitzt Liechtenstein neben kurzen Entscheidungswegen darüber hinaus den Vorteil, dass der Vertrieb solcher innovativer Finanzprodukte per Passporting in der ganzen EU erfolgen kann. Beste Voraussetzungen für Bank Frick und andere Marktteilnehmer, die Lücke zwischen Krypto- und klassischer Finanzwelt weiter zu schliessen.

Author(s)

Dr. Mario Frick

Dr Mario Frick has, since 2008, been Chairman of the Board of Directors of the independent Liechtenstein bank run by the Frick family. Mario Frick is a lawyer, with his own law firm, and co-owner of a trust company. He was Prime Minister of the Principality of Liechtenstein from 1993 to 2001, and President of the Liechtenstein Chamber of Lawyers from 2005 to 2014.

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